Bei einer Venenthrombose kommt es zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) im Lumen (Innenraum) einer Vene. Häufigster Bildungsort für die Thrombose sind die tiefen Beinvenen TVT. Aber auch Thrombosen der Arm und Schultervenen sind nicht selten. Venen der inneren Organe können ebenfalls thrombosieren (z. B. Pfortaderthrombose). Die Ursachen der Thrombenbildung sind viefältig.

Häufige Ursachen sind:

  • Ruhigstellung des Beines, durch Ausfall der Muskelpunpe der betroffenen Extremität kommt es zur Verlangsamung des Blutflusses, die Thrombosegefahr steigt deutlich
  • Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Einnahme der Antibabypille
  • Bettlägerigkeit, insbesondere nach Operationen, hohes Risiko nach unfallchirurgischen Operationen bei Beinknochenbrüchen
  • vererbliche Störungen der Blutgerinnung mit erhöhter Thromboseneigung, z. B. APC-Resistenz

Eine Thrombose der tiefen Beinvenen kann sehr unterschiedliche Symptome haben, wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass in einer großen Zahl der Fälle überhaupt keine typischen Symptome vorliegen. So kann die Diagnose sehr schwierig sein, in einigen Fällen ist der erste Hinweis auf das Vorliegen einer Thrombose eine Komplikation: die Lungenembolie.

Typische Symptome sind:

  • einseitige Schwellung des Beines bzw. des Armes
  • livide oder blaue Verfärbung der betroffenen Extremität, oft verbunden mit etwas glänzender Haut
  • Schmerzen bei Kompression der Wade
  • Wadenschmerz bei Anhebung des Fusses (Payr-Zeichen)
  • evt.: Fieber, Erhöhung der Blutkörperchensenkung (BSG)

Achtung: Nur in ca. 10% der Fälle lassen sich diese Symptome nachweisen. Gefährlich sind daher die auf Grund fehlender Symptome übersehenen Thrombosen.

Die Diagnose der Venenthrombose kann auf verschiedene Weise gesichert werden:

  • Anamnese (Krankengesschichte): Gips? Ruhigstellung / Bettlägerigkeit des Patienten?
  • Untersuchung: Schwellung? Blauverfärbung? Wadenschmerz?
  • Normale D-Dimere im Blut schliessen eine Venenthrombose praktisch aus
  • Farbduplexsonographie
  • Phebographie oder CT nur bei Unklarheiten

Bei Thrombosen mit unklarer Ursache kann eine weitere Diagnostik zur Abklärung einer erworbenen oder vererbten Gerinnungsstörung sinnvoll sein (Thrombophilie-Diagnostik).

Die Behandlung erfolgt fast immer konservativ durch Antikoagulation und Kompressionstherapie.


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