Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Oktopus

In der Gefäßmedizin sprechen wir von Oktopus-OP oder Oktopus-Bypass, wenn mehrere Arme einer künstlichen Gefäßprothese an mehrere körpereigen Arterien angenäht werden (Grafik rechts mit freundlicher Genehmigung der Firma Gore). Der Begriff ist angelehnt an die Krakenart Oktopus, die über mehrere Fangarme verfügt.

Die Oktopus-Operation wurde entwickelt, um lebensbedrohliche thorakoabdominelle Aneurysmen der Hauptschlagader zu behandeln. Dabei sind typischerweise 2 zeitlich getrennte Operationen erforderlich. Zuerst ein offen chirurgischer Eingriff, danach die endovaskuläre Ausschaltung des Aneurysmas. Diese Kombination aus offener und endovaskulärer Gefäßchirurgie nennt man auch Hybrid-Operation.

Bei einem Patienten mit einem thorakoabdominellen Aneurysma werden in einer ersten offenen Operation alle wichtigen Schlagadern der Eingeweide (Viszeralarterien) an Bypässe angeschlossen. In einer zweiten endovaskulären Operation einige Wochen später wird das Aortenaneurysma durch einen Stentgraft vom Blutstrom ausgeschaltet. Dabei verschließt der Stentgraft den Abgang der Viszeralarterien absichtlich, um das Aneurysma in seiner gesamten Länge abzudichten. Die Viszeralarterien sind trotzdem durchblutet, weil sie über die bei der ersten OP eingebrachten Bypässe Blut erhalten.

Die Oktopus-Operation ist eine der schwierigsten überhaupt. Für den Patienten (wegen seiner extrem schweren Erkrankung), und für den Operateur (weil er sehr viel Erfahrung in der offenen Aortenchirurgie braucht).

Klinische Häufigkeit: selten **

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