Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Mesenterialinfarkt

Unter Mesenterialinfarkt versteht man das Absterben des Darmes durch Verschluss der oberen Darmarterie (A. mesenterica superior), die zu den Viszeralarterien gehört. Ursache ist der akute Mesenterialarterienverschluss.

Durch Embolie oder Thrombose kann ein akuter Verschluss der oberen Darmarterie (A. mesenterica superior) auftreten. Folge ist das Absterben des Darmgewebes (Darmischämie). Die Gewebszerstörung (Gangrän) umfasst im schwersten Fall den gesamten Dünndarm, bei noch vorhandener Restdurchblutung nur ein umschriebenes Darmsegment.

Klinisch geht der akute Verschluss mit plötzlichen starken Bauchschmerzen einher (akutes Abdomen). Typischerweise verringern sich die Beschwerden nach einigen Stunden vorübergehend (freies Intervall), um nach ca. 12 Stunden bei nun ausgeprägter Darmzerstörung an Intensität wieder zuzunehmen (3-Phasen-Verlauf des Mesenterialinfarktes). In der 3. Phase entspricht die Symptomatik einem Darmverschluss (paralytischen Ileus) mit Bauchfellentzündung (Peritonitis).

Nur die Frühoperation bietet Aussicht auf Erfolg. Bei embolischem Verschluss der A. mesenterica superior wird die Darmarterie embolektomiert (Mesenterika-Embolektomie). Abgestorbene Darmabschnitte werden herausgeschnitten. Oftmals ist jedoch so viel Darm zerstört, dass eine Resektion nicht mehr in Frage kommt.

Von den operierten Patienten überleben nur 50%. Ohne Operation sterben alle.

Klinische Häufigkeit: ** selten

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