Allgemeine Informationen zur Dialyse

Was versteht man unter Dialyse?

Dialyse bedeutet künstliche Blutwäsche. Diese ist dann nötig, wenn die Ausscheidungsorgane, die Nieren, nicht mehr in der Lage sind, das Blut von harnpflichtigen Stoffen zu befreien. Diesen Zustand nennt man Niereninsuffizienz. Diese kann akut (z.B. nach Schock) und chronisch vorliegen. Die sogennante chronische Hämodialyse wird also bei der chronischen Niereninsuffizienz durchgeführt. Gründe für ein solches dauerhaftes Nierenversagen sind u.a. die diabetische Nephropathie, Zysten-Nieren oder auch Entfernungen der Nieren z.B. wegen einer Tumorerkrankung.
Wird ein Patient mit einer terminalen Niereninsuffizienz (Endzustand des Nierenversagens) nicht dialysiert, sammeln sich zunehmend harnpflichtige Substanzen im Blut an und es kommt zur sogenannten Urämie, der Vergiftung durch eben diese Stoffe. Zu den harnpflichtigen Substanzen gehören u.a. das Kreatinin und der Harnstoff. Aber auch für den Kaliumhaushalt ist die Niere entscheidend wichtig.
Nach Angaben des Kuratoriums für Heimdialyse sind zur Zeit in Deutschland ca. 60.000 Pateinten dialysepflichtig.

Wie funktioniert Dialyse?

Bei der Dialyse wird das Blut durch eine halbdurchlässige, sogenannte semipermeable Membran geleitet. Diese Membran filtert (ähnlich wie die Nieren) die harnpflichtigen Stoffe aus. Zusätzlich kann und wird bei der Dialyse Wasser entzogen. Man unterscheidet die wesentlich häufigere Hämodialyse von der Peritonealdialyse.
Bei der Hämodialyse wird das Blut mittels Pumpen und Schläuchen durch die zentrale Einheit einer Dialysmaschine, den Dialysator geleitet. In diesem befindet sich, in Hunderte von Lamellen aufgeteilt, die Dialysemembran. Man nutzt das physikalische Prinzip der Osmose, um die harnpflichtigen Substanzen auszufiltern (Funktionsprinizp s.u.).
Bei der Peritonealdialyse wird eine spezielle künstlich hergestellte Dialyselösung mittels Katheter in den Bauch geleitet, auch hier kommt es zur osmotischen Wanderung der Toxine aus dem Blut in die in die Bauchhöhle geleitete Dialyseflüssigkeit. Als Membran dient hier das ausserordentlich gut durchblutete Bauchfell (lateinisch Peritoneum, daher der Name Peritonealdialyse).

Funktionsprinzip der Dialyse-Maschine

Rollerpumpen der Dialysemaschine ziehen das Blut aus einem speziellen Gefäßzugang, meistens dem sogenannten Dialyseshunt, In ein Plastikschlauchsystem. Damit das Blut hier nicht gerinnt, wird es mit Heparin, einem Antigerinnungsmedikament, versetzt. Durch die Schläuche gelangt das Blut in den Dialysator, der eigentlichen künstlichen Niere. Er trennt mit seine semipermeablen Membran, die auf Grund einer Lamellierung in sehr großer Oberfläche vorliegt. Der Dialysator wird zur einen Seite vom Blut umspült, auf der anderen Seite durch eine spezielle niederosmotische Dialyseflüssigkeit. Gemäß dem Osmoseprinzip treten nun die schädlichen Stoffwechselprodukte durch die halbdurchlässige Membran in die Dialyseflüssigkeit über, da hier eine wesentlich geringere Konzentration vorliegt. Das nun gereinigte Blut wird über eine weitere Pumpe über die gleiche Nadel (Single-Needle-Technik) oder über eine 2. Nadel im Shunt dem Patienten wieder zugeführt. Modernste computergestützte Technik überwacht den gesamten Wasch- und Filtrationsvorgang.

Wie oft muss dialysiert werden?

Beim akuten Nierenversagen ist oft eine tägliche Dialyse, insbesondere wegen des Wasserhaushaltes, erforderlich. In vielen Fällen kommt es jedoch zum “Anspringen” der Nierenfunktion, so dass im Folgenden auf eine chronische Dialyse verzichtet werden kann, da die Nieren die Blutwaschfunktion wieder vollständig übernehmen.
Liegt ein chronisches Nierenversagen vor (terminale Niereninsuffizenz), ist eine Dialyse jeden 2. bis 3. Tag notwendig. Die Dialyse dauert jeweils ca. 3 - 5 Stunden. Für viele Patienten, insbesondere Berufstätige, ist daher die “Nachtdialyse” eine Alternative, da man faktisch im Schlaf dialysiert wird und somit zu “Wachzeiten” nicht beeinträchtigt zu sein.

Wie ist die Prognose des Dialysepatienten?

Leider kann die Dialysebehandlung die körpereigene Nierenfunktion nicht vollständig ersetzen. So ist eine Dialyse für den Körper chronisch schädigend. Es kann nach Jahren zu Gefäßverkalkungen, Herzerkrankungen und Knochenschädigungen kommen. Durch optimale regelmässige Dialyse und eine gewisse Disziplin des Patienten bzgl. der Ausschaltung von zusätzlichen Risikofaktoren können Spätschäden abgemildert und verzögert werden. Eine erfolgreiche Nierentransplantation ist sicher die ideale Therapie für eine terminale Niereninsuffizienz. Sieht man von den regelmäßigen Dialysezeiten ab, die sicher eine Beeinträchtigung des normalen Lebens darstellen, bietet die Dialyse bei Ausfall eines lebenswichtigen Organs eine lange Überlebensdauer bei guter Lebensqualität.


© 2004 – 2018 Gefäßzentrum Bremen am Rotes Kreuz Krankenhaus · Leitung: Dr. F. Marquardt · Impressum · Datenschutz