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Schaumsklerosierung

Schaumsklerosierung

Bei der herkömmlichen Sklerosierung (Verödung) wird eine Flüssigkeit in die Krampfader gespritzt. Bei der Schaumsklerosierung wird die Flüssigkeit mit Luft vermischt. Das ist technisch sehr einfache Verfahren wird seit ca. 2000 als Ergänzung zu den anderen Methoden der Krampfaderbehandlung angewendet.

Das alkoholische Verödungsmittel befindet sich in einer Spritze, die Luft in einer anderen. Über einen Verbindungsschlauch wird der Inhalt beider Spritzen so oft hin und her gespritzt (ausgetauscht), bis sich ein Gemisch aus der Verödungsflüssigkeit und kleinen Luftbläschen (= Schaum) gebildet hat (Foto rechts).

Nach der Schaum-Therapie muss, wie auch nach der klassischen Venenverödung, für einige Tage ein medizinischer Kompressionsstrumpf getragen werden.

Vorteile sind: Durch den Schaum hat das Verödungsmittel eine größere Oberfläche. Man braucht also weniger (giftiges) Verödungsmittel, weil dieses durch die Luftbläschen verdünnt wird. Der Schaum verbleibt länger in der Vene (mehrere Minuten), während das flüssige Verödungsmittel schneller abgeschwemmt wird. Dadurch wird die erwünschte schädigende Wirkung auf die Gefäßwand verstärkt. In größeren Venen kann die Ausbreitung des Schaums im Ultraschall während der Behandlung vom Therapeuten kontrolliert werden.

Nachteile sind: Für sehr dicke Krampfadern (Stammvenen) ist die Schaumverödung nicht geeignet. Zum einen lassen sich diese Venen mit Schaum nicht sicher verschließen, zum anderen besteht die Gefahr, dass Schaum ungewollt in den Kreislauf oder sogar in das Gehirn gelangt. Bei sehr dünnen Venen (Besenreiser) gibt es nach der Schaumsklerosierung oft hässliche Hautverfärbungen, weshalb hier die Verödung mit reiner Flüssigkeit geeigneter ist.

Für die Schaumsklerosierung braucht der Therapeut weder eine gefäßchirurgische noch phlebologische Ausbildung und keinen Operationssaal. Die aufwändigen und kostenträchtigen Vorschriften zur operativen Behandlung von Krampfadern müssen nicht vorgehalten werden. Deshalb besteht die Gefahr, dass dieses Verfahren häufiger angeboten wird als es medizinisch indiziert ist. Die Schaumsklerosierung wird nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Anmerkung von Chefarzt Dr. Paetz:
Keinesfalls ist die Schaumsklerosierung das ideale Verfahren für alle Patienten mit Krampfadern. Wenn es so wäre, würden alle Varizen-Therapeuten nur diese Methode verwenden. Die Schaumsklerosierung stellt eine Ergänzung zu den anderen etablierten Behandlungsverfahren dar.


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