Anerkanntes Gefäßzentrum der DGG

Endovenöse Therapie

Endovenoes

Bei den endovenösen Operationen wird durch Einbringen einer Sonde unter Ultraschallkontrolle mit Hilfe von Radiofrequenz- oder Laser-Energie durch Hitze die Veneninnenwand des oberflächlichen Venenhauptstammes „verschweißt“. Dieser Eingriff gilt im Vergleich zum Stripping als schonender. Die Behandlung wird derzeit derzeit von einigen gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Ausnahme in Bremen ist der Exklusivvertrag des RKK mit der AOK und hkk.

Verschiedene Bezeichnungen wie Venefit®-System, früher VNUS-Closure®, oder die Celon-Methode sind gebräuchlich. Alle sind endovenöse (vom Gefäßinnern her) Verfahren zum Verschluss von Krampfadern. Bei der endovenösen Behandlung werden die erkrankten Venenabschnitte nicht entfernt (gestrippt) sondern verschlossen. Das Venefit®-Verfahren ist eine moderne minimal invasive Alternative zum herkömmlichen Venenstripping.

In die betroffene Vene wird durch einen kleinen Einschnitt ein dünner Katheter eingeführt. Der Katheter überträgt Hochfrequenzenergie (Radiowellen) auf die Venenwand, was zu deren Erhitzung, Kollaps und Verschluss führt. Nach der Verödung übernehmen gesunde Venen deren Aufgabe. Der Katheter wird entfernt und über dem Einschnitt ein Verband angelegt.

Die Methode erzielt ein gutes kosmetisches Ergebnis mit wenig Narben und eine kurze Genesungszeit. Weil die Stammvene nicht gezogen (gestrippt) wird, gibt es weniger Hämatome. Die ambulante Durchführung in Vollnarkose ist vielerorts Standard. Eine örtliche Tumeszenz-Anästhesie ist aber möglich und wird von uns geeigneten Bedingungen durchgeführt.

Das Verfahren verzichtet auf den Leistenschnitt und die seit über 100 Jahren bewährte Krossektomie, weshalb langfristig häufiger Rezidive möglich sind, die von der Leistenregion ausgehen.

Die Behandlung mit Laser wird in Bremen vom Gefäßzentrum des RKK seit 2004 angeboten, mit Radiofrequenzenergie vom RKK und MVZ am RKK seit 2011.

Potenzielle Risiken und Komplikationen: Bei der Behandlung von Venen, die sich dicht an der Hautoberfläche befinden, kann es zu Hautverbrennungen kommen. Auch kann eine thermische Beschädigung von benachbarten Nerven mit Missempfindungen am Unterschenkel als Folge auftreten. Deshalb wird üblicherweise in das Gewebe um die Vene herum vorher eine Flüssigkeit injiziert, um dieses Risiko zu minimieren.

Anmerkung von Chefarzt Dr. Paetz:
Die Vorteile der Methode beziehen sich ausschließlich auf den köpernahen (proximalen) Anteil der Stammvene. Dieser wird nicht herausgezogen sondern ohne Narben verschweißt und damit unschädlich gemacht. Im Falle der V. saphena magna geht es also ausschließlich um die erkrankte Vene am Oberschenkel. Wenn dicke Seitenäste sichtbar sind, insbesondere am Unterschenkel, können diese nicht durch das endovenöse Verfahren beseitigt werden. Es sind also zusätzliche kleine Schnitte für eine Miniphlebektomie erforderlich, um diese Krampfadern zu entfernen.

Ähnlich ist es bei einer Rezidiv-Varikosis, wo die Stammvene bei einer früheren Operation gezogen wurde. In dieser Situation sind die Krampfadern meistens zu geschlängelt, so dass ein endovenöser Katheter (durch das Innere der Vene) nicht eingeführt werden kann.

Fazit: Das endovenöse Verfahren ist gut, aber nicht für alle Patienten geeignet. Die optimale Behandlung von Krampfadern kann man nicht im Internet erfahren. Immer ist eine individuelle Beratung nach (!) Untersuchung durch einen erfahrenen Therapeuten erforderlich.


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