Anerkanntes Gefäßzentrum der DGG

Bei einer Chemotherapie müssen über einen längeren Zeitraum in kurzen Abständen Zytostatika über eine Vene in den Körper injiziert werden. Wiederholte Einstiche in die Armvenen sind ungenehm und stark wirksame Zytostatika schädigen die Innenhaut der kleinen Armvenen. Deshalb wurden Port-Systeme entwickelt, die einen dauerhaften und bequemen Zugang in das Gefäßsystem ermöglichen.

Der Begriff “Port” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “Hafen” oder “Zufluchtsort”. Ein Port stellt die direkte Verbindung zwischen einer unter die Haut verpflanzten Metallkammer und einer großen Vene im Brustkorb her. Der Port ist ein Behälter und Zugangslager, ein Reservoir oder Einfüllstutzen, um Medikamente in große Venen zu transportieren.

Das gilt insbesondere für Zytostatika (Chemotherapie). Diese Substanzen sind toxisch und aggressiv. Sie schädigen das Innere der Venenwand. Deshalb sollten Zytostatika nicht langfristig in kleine Venen am Arm infundiert werden, wie das bei anderen Medikamenten problemlos möglich ist. Der Durchmesser der Armvenen liegt bei ca. 4 mm.

Der etwa 3 cm große Port besteht aus Metall. Eine Seite besteht aus einer Kunststoffmembran. Diese kann mit einer Nadel durch die Haut punktiert werden, so dass Medikamente in das Innere der Portkammer gespritzt werden können. Von der Portkammer führt ein ca. 25 cm langer Schlauch direkt in die großen Venen vor dem Herzen. Diese haben einen Durchmesser von 20 mm und mehr. Hier können die Medikamente durch die große Menge des fließenden Blutes und den Verdünnungseffekt keinen Schaden an der Gefäßinnenhaut der herznahen Venen anrichten.

Meist wird das Portsystem im Fettgewebe unterhalb des Schlüsselbeins platziert. Der Port wird von der darüber liegenden Haut vor Infektionen geschützt. Der Port hat keine Verbindung zur Außenwelt. Die direkt unter der Haut liegende und gut tastbare Portkammer hat eine wasserdichte Kunststoffmembran, die ca. tausendmal durch die Haut punktiert werden kann, ohne dass Blut oder Medikamente nach außen dringen können. Der Eingriff erfolgt üblicherweise in örtlicher Betäubung und dauert ca. 45 Minuten.


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