Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Vaskulitis

Unter Vaskulitis (Gefäßentzündung) versteht man alle entzündlichen Vorgänge an den Blutgefäßen. Bei der Vaskulitis kommt es zu Fibrinablagerungen an den Gefäßwänden, später zur Degeneration und zum Zelluntergang.

Bei der Vaskulitis spielen Autoimmunvorgänge eine wesentliche Rolle. Dies bedeutet, dass der Körper gegen seine eigenen Zellen, in diesem Falle die Blutgefäßzellen, Antikörper bildet und sich selbst “angreift”. Immunkomplexe lagern sich in kleinen und mittelgroßen Blutgefäßen ab und rufen dort Entzündungen hervor. Weil das auch bei fast allen rheumatischen Erkrankungen so ist, werden Vaskulitiden auch als rheumatische Erkrankung angesehen.

Da sich überall im Körper Gefäße befinden, können alle Organe betroffen sein. Das ist einer der Gründe, warum diese Erkrankung mit so verschiedenen Symptomen, angefangen von weniger bedrohlichen Erscheinungsformen an der Haut bis hin zum lebensbedrohlichen Nieren- oder Lungenversagen, bei manchem Betroffenen erst nach langem Leidensweg erkannt wird.

In der Gefäßmedizin findet sich die Vaskulitis am häufigsten in Form des Ulcus cruris (offenes Bein), wobei die Geschwüre schärfer “ausgestanzt” aussehen als die üblichen venös bedingten Ulcera. Eine Kortisontherapie ist oft hilfreich. Gefäßrekonstruktive Maßnahmen, z.B. Bypässe, haben schlechtere Ergebnisse als bei einer “normalen ” Verschlusskrankheit .

Es gibt spezielle entzündliche Gefäßerkrankungen, die mit Eigennamen versehen sind. Dazu gehören das Takayasu-Syndrom und der M. Winiwarter-Buerger.

Klinische Häufigkeit: ** selten

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