Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Umgehungskreislauf

Der Körper ist in der Lage, bei einem chronischen, das heißt langsam entstehenden Schlagaderverschluss, einen Umgehungskreislauf zu bilden. Statt eines grossen Gefäßes entstehen (wachsen) viele kleine Gefäße, die im günstigsten Fall den Verschluss der großen Schlagader vollkommen ausgleichen.

Diese kleinen Blutgefäße werden auch Kollateralen genannt.

Verstärktes Kollateralenwachstum findet sich vor allem bei milder Belastung, so dass der Gefäßsport unter Anleitung eines geschulten Physiotherpeuten in der Gefäßmedizin sehr wichtig ist.

Typisch sind Umgehungs- oder Kollateralkreisläufe im Bereich des Oberschenkels. Wenn die oberflächliche Oberschenkelarterie verschlossen ist, bilden sich von der Leiste aus (A. femoralis profunda) viele Kollateralen, die dicht oberhalb des Knies wieder in die hier offene Oberschenkelarterie münden.

Daher ist ein normaler Oberschenkelarterienverschluss (der häufigste Schlagaderverschluss überhaupt) für viele Menschen gar nicht bemerkbar, oder es bildet sich nur eine Schaufensterkrankheit aus (Claudicatio intermittens).

Wenn das Empfängersegment für die Kollateralen im Bereich des Knies jedoch ebenfalls verschlossen ist, bleibt oft nur ein femoropoplitealer Bypass als Therapiemöglichkeit.

Klinische Häufigkeit: **** sehr häufig

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