Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Tumeszenz

Das lateinische Wort Tumeszenz bedeutet Anschwellung. Die Tumeszenz ist eine spezielle Form der örtlichen Betäubung, die insbesondere bei der endovenösen Varizenbehandlung Anwendung findet.

Mit einer feinen langen Kanüle werden ein halber bis ein ganzer Liter Flüssigkeit in das zu operierende Bein injiziert. Dadurch schwillt das Bein an (Tumeszenz), was aber nicht die therapeutische Zielsetzung ist. Die speziell zusammengemischte Flüssigkeit besteht aus verdünntem Lokalanästhetikum (örtliches Betäubungsmittel) und einigen Zusätzen. Die Flüssigkeit wird in die Umgebung der Stammvene eingespritzt.

Die Tumeszenz führt zu einer Schmerzausschaltung in der Nähe der Stammvene und verhindert Hitzeschäden der Haut bei der endovenösen Therapie. Die Einwirkzeit beträgt ca. 20 Minuten. Mit der Tumeszenz-Anästhesie lassen sich Krampfaderoperationen ohne Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchführen.

Das Tumeszenz-Verfahren wird im Gefäßzentrum des RKK und im MVZ am RKK für Varizen-Operationen angeboten.

Anmerkung von Chefarzt Dr. Paetz: Weltweit wird die Tumeszenz am häufigsten bei der Fettabsaugung Liposuktion eingesetzt. Dabei handelt es sich um kosmetisch indizierte Operationen zur Reduzierung von Fettgewebe meistens im Hüft- und Oberschenkelbereich. Diese Einfgriffe werden im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen nicht durchgeführt.

Klinische Häufigkeit: *** häufig

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