Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Protheseninfekt

Von Protheseninfekt spricht man in der Gefäßmedizin, wenn sich ein durch Operation eingebrachtes künstliches Blutgefäß (= Gefäßprothese) mit Bakterien infiziert.

Der Begriff “Protheseninfekt” kommt auch in anderen Fachbereichen vor, so z.B in der Orthopädie bei der bakteriellen Infektion eines künstlichen Hüftgelenkes, also einer Hüftgelenksendoprothese.

Der Protheseninfekt ist eine schwerwiegende Komplikation, weil bakteriell infiziertes Kunststoffmaterial trotz Gabe von Antibiotika meistens nicht einheilt. Deshalb muss eine infizierte Gefäßprothese im Allgemeinen entfernt (ausgebaut) werden.

Die Rekonstruktion der Blutgefäßbahn kann sich dann äußerst schwierig gestalten und macht eine Gliedmaßenamputation manchmal unvermeidlich.

Bakterien finden sich letztendlich überall, auch in der Luft eines “sterilen” Operationsraumes. Iin den Hautporen eines jeden Patienten finden sich massiv Bakterien. Deshalb wird bei jeder Implantation von Kunststoffmaterial in den menschlichen Körper während der Operation prophylaktisch ein Antibiotikum verabreicht.

Dennoch bleibt ein Restrisiko, und ein Protheseninfekt ist trotz kunstgerechter Desinfektionsmaßnahmen nicht absolut vermeidbar. Das Auftreten eines Protheseninfektes ist deshalb kein “Kunstfehler”.

Besonders gefährdet für einen Protheseninfekt sind diesbezügliche Risikopatienten. Dazu gehören u.a. Diabetiker, Patienten mit Übergewicht, Einnahme von Kortison, Tumorpatienten.

Klinische Häufigkeit: * sehr selten

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