Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Marcumar®

Marcumar® (Phenprocoumon) ist ein Medikament zur Blutverdünnung (Antikoagulation). Indikationen für Marcumar® sind beispielsweise eine künstliche Herzklappe, Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung) oder eine Venenthrombose.

Die für eine normale Blutgerinnung erforderlichen Blutgerinnungsfaktoren werden in der Leber gebildet. Dazu ist Vitamin K erforderlich. Marcumar® ist ein „Gegenspieler“ von Vitamin K, weil Marcumar® die Synthese der Gerinnungsfaktoren in der Leber hemmt.

In einigen Nahrungsmitteln ist reichlich Vitamin K enthalten, insbesondere in Kohl, Spinat, Sojabohnen, Tomaten und Bananen. Eine extreme oder stoßweise Zufuhr dieser Nahrungsmittel (z.B. Obst- oder Gemüsetage) sollten gemieden werden. Es ist aber nicht nötig, dass Patienten, die Marcumar® einnehmen, auf Vitamin K-haltige Nahrungsmittel verzichten.

Unter Marcumar® wird die Blutgerinnung verzögert, aber nicht aufgehoben. Kleine Verletzungen können stärker und länger bluten. Es entstehen leichter “blaue Flecken”, wenn man sich stößt.

Die Stärke der Gerinnungshemmung hängt von der Dosierung des Medikamentes ab. Deshalb sind Kontrollen der Blutgerinnung durch die Bestimmung der INR oder des sog. “Quick-Wertes” und eine Anpassung der Dosierung regelmäßig erforderlich.

Die Häufigkeit der notwendigen Laborkontrollen richtet sich nach der Stabilität der Blutwerte. Bei stabilen INR-Werten ist eine Blutabnahme alle 3 bis 4 Wochen ausreichend. Marcumar® muß regelmäßig, am besten jeden Abend, streng nach Plan eingenommen werden.

Mit Beginn der Marcumar®-Therapie erhalten alle Patienten einen “Antikoagulantien-Pass”, in den der behandelnde Arzt die aktuellen Gerinnungswerte und die vorgesehene Medikamentendosierung einträgt. Den Pass sollte man immer bei sich tragen, um einen Not- oder Unfallarzt über die Therapie und die letzten Gerinnungswerte informieren zu können.

Vor Operationen (auch Zahnextraktionen) muss Marcumar® einige Tage zuvor abgesetzt werden. Abhängig von der individuellen Indikation muss in dieser Phase überlappend eine Blutverdünnung mit Heparin erfolgen, welches wesentlich kürzer wirksam und deshalb bei einer Operation besser steuerbar ist.

Klinische Häufigkeit: **** sehr häufig

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