Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Kompressionsstrumpf

Der medizinische Kompressionsstrumpf (MKS) kommt bei der Behandlung von Krankheiten des Venensystems und Lymphsystems zum Einsatz. Die Wirkung des MKS liegt im gleichmäßigen Druck auf das Bein. Der Andruck der Kompressionsstrümpfe muss von distal (körperfern) nach proximal (körpernah) abfallen.

Dadurch werden Venen und Lymphbahnen komprimiert, was den Rückstrom von Blut und Lymphe zum Herzen begünstigt und dadurch einer Schwellneigung der Beine (Ödem) vorbeugt.

Indikationen für einen Kompressionsstrumpf sind z. B. die chronisch venöse Insuffizienz, Varikose (Krampfadern), Venenentzündung (Thrombophlebitis), Thromboseprophylaxe, Venenthrombose und postthrombotisches Syndrom und Lymphödem. Ferner wird ein Kompressionsstrumpf nach venenchirurgischen Eingriffen (Varizenstripping) für 4 bis 6 Wochen verordnet.

Ein Kompressionsstrumpf muss individuell angemessen werden, was üblicherweise in dem medizinischen Warenhaus (Sanitätshaus) geschieht, in dem der Strumpf verkauft wird. Die Messung erfolgt am ödemfreien Bein des stehenden Patienten. Nur ein passender Kompressionsstrumpf kann seine volle Wirkung entfalten.

Bei Übereinstimmung der gemessenen Beinumfangs- und -längenmaße mit den vorhandenen Konfektionsgrößen soll ein Serienkompressionsstrumpf gewählt werden. Andernsfalls ist eine Maßanfertigung erforderlich.

In der Mehrzahl der Fälle reichen zur Behandlung Unterschenkelkompressionsstrümpfe aus. Bei körpernah lokalisierten Veränderungen des Venen- oder Lymphsystems können Oberschenkelkompressionsstrümpfe und Kompressionsstrumpfhosen erforderlich sein.

Kompressionstrümpfe gibt es in den Kompressionsklassen I, II, III und IV, wobei die Klasse I den geringsten Andruck auf das Bein hat und die Klasse IV den stärksten Kompressionsdruck ausübt. Abhängig von Ihrer Erkrankung und den individuellen Gegebenheiten verordnet der Arzt die für Sie ideale Kompressionsklasse.

Klinische Häufigkeit: **** sehr häufig

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