Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Fontaine-Klassifikation

Diese Stadieneinteilung der Durchblutungsstörung für das Bein (untere Extremität) ist weltweit anerkannt, weil sie sich ausschließlich nach dem klinischen Beschwerdebild richtet. Apparative Untersuchungen sind für die Einteilung nicht erforderlich.

Der französische Chirurg René Fontaine (1899-1979) hat die Einteilung der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (pAVK) geschaffen.

Die 4 Stadien nach Fontaine sind folgendermaßen definiert:

  1. AVK Stadium 1 : keine Beschwerden.
  2. AVK Stadium 2: Beschwerden beim Gehen
  3. AVK Stadium 3: Beschwerden in Ruhe
  4. AVK Stadium 4: Absterben von Gewebe

AVK Stadium I: Weil sich arteriosklerotische Stenosen langsam entwickeln, hat der Organismus Zeit, die drohende Ischämie durch Bildung von Kollateralen (Umgehungskreislauf) zu kompensieren. Deshalb sind Patienten in diesem Stadium der pAVK häufig beschwerdefrei, auch wenn kein Puls tastbar und die Becken- oder Oberschenkelarterie komplett verschlossen ist.

AVK Stadium II: Ist das Kollateralnetz unzureichend, so treten bei körperlicher Anstrengung Beschwerden in der entsprechenden Extremität auf. Typisch ist der Wadenschmerz beim Gehen, der das Weiterlaufen beeinträchtigt (Claudicatio intermittens = zeitweiliges Hinken) oder den Patienten sogar zu gelegentlichem Stehenbleiben zwingt („Schaufensterkrankheit“). Als „schmerzfreie Gehstrecke“ bezeichnet man die Distanz, die der Patient auf ebenem Boden ohne schmerzbedingte Pause normal gehen kann.

AVK Stadium III: Bei weiterer Verschlimmerung der pAVK treten die Schmerzen nicht nur bei Belastung, sondern auch in Ruhe auf (Ruheschmerz).

AVK Stadium IV: Bei dieser schwersten Form der pAVK ist die Durchblutung so gering, dass das körpereigene Gewebe abstirbt. Die ischämisch bedingte Gewebsnekrose tritt bevorzugt im Bereich der Fußzehen auf, wo die Sauerstoffversorgung naturgemäß am geringsten ist. Die Nekrose tritt als Ulkus oder als Gangrän in Erscheinung.

Klinische Häufigkeit: **** sehr häufig

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