Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Dacron

Dacron ist ein Kunststoffmaterial, welches zur industriellen Produktion künstlicher Arterien verwendet wird (Gefäßprothesen). Es handelt sich um eine Polyesterfaser (Polyäthylenglykolterephthalat).

Dacron-Prothesen werden vom menschlichen Körper gut vertragen, Abstoßungsreaktionen oder Allergien kommen praktisch nicht vor. Das Material ist biegsam und passt sich den Körperbewegungen an.

Wenn eine Gefäßprothese implantiert wurde, ist damit nicht grundsätzlich eine dauerhafte Medikation oder eine Einschränkung im täglichen Leben verbunden. Im Einzellfall kann jedoch eine Antikoagulation indiziert sein.

Es gibt unterschiedliche Kunststoffe, die für Gefäßprothesen verwendet werden. Dacron ist das historisch älteste Material, welches sich seit Jahrzehnten in der Gefäßchirurgie bewährt hat. Ein anderes bedeutendes Kunststoffmaterial zur Herstellung von Gefäßprothesen ist PTFE.

Kunststoffprothesen werden bevorzugt zum Ersatz großer Blutgefäße eingesetzt, insbesondere an der Hauptschlagader und den Beckenarterien. In dieser anatomischen Region sind Kunstsoffprothesen das Material der ersten Wahl.

Für den Ersatz kleinerer Blutgefäße (unterhalb der Leiste) ist nach wie vor köpereigenes Venematerial (V. saphena) geeigneter als Kunststoffmaterial.

Klinische Häufigkeit: **** sehr häufig

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