Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Cruraler Bypass

Das Wort “crus” (lateinisch) bedeutet Unterschenkel. “Crural” oder “krural” bezieht sich also auf den Unterschenkel.

Unter einem cruralen (oder kruralen) Bypass versteht man einen Bypass, dessen unteres Ende (Anastomose) an einer der drei Unterschenkelarterien lokalisiert ist. Der Beginn des Bypass (oberes Ende) liegt üblicherweise in Höhe des Oberschenkels oder in der Leiste.

Weil das Anschlussgefäß am Unterschenkel relativ dünn ist (2 bis 3 mm), ist der Abflusswiderstand für den Bypass hoch. Demzufolge fließt das Blut in einem cruralen Bypass relativ langsam, was den Verschluss des Bypass durch eine Thrombose begünstigt.

Als Bypassmaterial wird deshalb eine köpereigene oberflächliche Vene aus dem Bein (Vena saphena) bevorzugt, weil ein Venenbypass in dieser Region länger offen bleibt als ein Kunststoffbypass.

Dennoch sind nach 5 Jahren nur noch 30% dieser Bypässe offen. Die Indikation für einen cruralen Bypass sollte deshalb zurückhaltend gestellt werden. Anerkannte Indikationen für einen Bypass auf eine Unterschenkelarterie ist das amputationsbedrohte Bein, also eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) im Sadium 3 oder 4 nach Fontaine.

Nach Operation eines cruralen Bypasses wird eine Antikoagulation durchgeführt, bevorzugt mit Marcumar®.

Klinische Häufigkeit: *** häufig

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