Nierentransplantation

Trotz moderner Dialysetherapie ist eine mögliche Transplantation der Niere immer anzustreben. Neben einer deutlichen Erhöhung der Lebensqualität stellt diese Therapie die wesentlich physiologischere Variante dar. Dies gilt trotz möglicher Komplikationen der Transplantation wie z.B. der Organabstossung und der damit verbundenen Antiimmuntherapie.

Allerdings: Trotz heute intensiver Aufklärungsarbeit fehlt es immer noch an Spenderorganen. Leider tragen nur die wenigsten Mitbürger einen Organspendeausweis mit sich. Dies begründet sich immer noch - trotz intensiver Aufklärungsarbeit - in der diffusen Angst, lebend seiner Organe beraubt zu werden. Von ca. 10000 Nierenkranken, die auf der Warteliste stehen, kann in Deutschland nur jedem 5. eine Niere transplantiert werden. Die Wartezeit auf eine Spenderniere beträgt mehrere Jahre. Zur Überbrückung muss natürlich eine Hämodialyse oder eine Peritonealdialyse durchgeführt werden.

Woher stammen die zu transplantierenden Nieren?

ABK Organspende

Meist stammt das Spenderorgan von einem Verstorbenen. Der Spender muss von mehreren Spezialisten für tot erklärt werden, auch wenn dessen Herz noch schlägt. Es muss ein eindeutiger Hirntod vorliegen. Dies lässt sich mit relativ einfachen Untersuchungsmethoden feststellen, trotzdem erfolgen aufwendigere Untersuchungen, um einen absoluten Beweis für den Tod des Spenders zu erbringen. Näheres können Sie hierzu beim Arbeitskreis Organspende nachlesen. In bestimmten Ausnahmefällen kann auch eine Lebendspende in Frage kommen. Meist handelt es sich bei den Spendern um einen nahen Verwandten des zu transplantierenden Nierenpatienten, dessen Organmerkmale vorher getestet und für ähnlich denen des Organempfängers beurteilt wurden. Ideal sind Spendernnieren von eineiigen Zwillingen, weil deren Organmerkmale identisch sind.

Wer wird transplantiert?

Transplantiert wird nur, wer bis auf seine Nierenerkrankung relativ gesund ist. Das heisst: je jünger der Patient, desto grösser ist die Chance einer Nierentransplantation. Dies liegt unter anderem daran, dass die zur Vermeidung einer Organabstossung durchzuführende immunsuppressive Therapie bei z.B. chronisch Kranken und sehr alten Patienten, die an häufigen Infektionen leiden, nicht durchgeführt werden kann, ja sogar gefährlich wäre.

Wie funktioniert die Transplantation?

Ntx2

Die “neue” Niere wird in den Unterbauch eingepflanzt. Das Komplizierte an der Operation ist der Anschluss der Blutgefäße der Niere und des Harnleiters. Um die Sache etwas einfacher zu machen, werden die Blutgefäße der Nieren (Nierenarterie und Vene) an die entsprechenden Beckengefäße genäht, nicht, wie normalerweise anatomisch an die Hauptschlagader direkt. Die Nierentransplantation ist mittlerweile ein Routineverfahren, direkte Operationskomplikationen sind selten. Diese Operation erfolgt in aller Regel in urologischen Abteilungen. Im Gefäßzentrum Bremen werden keine Nierentransplantationen durchgeführt, allerdings sind häufig einmal Serviceeingriffe (meistens interventionell) notwendig, wenn die Beckenarterien Verengungen aufweisen. Nach Anschluss der Nierenarterie eines Spenderorgans sollte das Operationsergebnis ja nicht durch eine vorbestehende Durchblutungsstörung gefährdet werden.

Nach der Transplantation

Funktioniert das Spenderorgan, die neue Niere, kann fortan auf eine Dialyse verzichtet werden. Die Patienten können im Idealfall wieder frei trinken, Besuche in den Dialysezentren sind nur noch zu Kontrollzwecken, keinesfalls aber alle 3 Tage, wie bei der Dialyse nötig. Nicht immer arbeitet das neue Organ problemlos. Manchmal muss “zwischendialysiert” werden. Daher wird auf keinen Falll ein bestehender Gefäßzugang zur Dialyse (Shunt) direkt nach der Transplantation verschlossen. Der Preis der Transplantation ist die sogenannte immunsuppressive Therapie. Mit Medikamenten wird die Abwehrbereitschaft des Körpers reduziert, damit das fremde Organ nicht abgestossen wird. Ein organtransplantierter Patient ist somit jedoch gegenüber Infektionen empfänglicher und muss “besonders aufpassen”. Trotz immunsuppressiver Therapie kann ein Organ abgestossen werden. In diesem Fall muss wieder mit der Dialyse begonnen werden, evt. kann eine neue Niere transplantiert werden. Besteht nicht noch ein funktionierender AV-Shunt, muss ein neuer Gefäßzugang für die Dialyse geschaffen werden.


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